Historisches


  

Zum Anklicken 
oder
  nach unten scrollen

 

 Vom Wildkaninchen zum Haustier
Unsere Kaninchen stammen vom europäischen Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus.) ab. Die ersten Überlieferungen von Kaninchen stammen von phönizischen Seefahrern. Vor etwa 3000 Jahren lernten sie bei der Erkundung Spaniens das Wildkaninchen als leckeren Braten kennen und schätzen und vor etwa 2000 Jahren wurde es von den Römern in ummauerten Gehegen (Lepoarien) gehalten, wo es sich auch fortpflanzte. Das Kaninchen wurde zur Ernährung und wegen seines Fells gehalten. Um 1000 n. Chr. begann die eigentliche Domestizierung. Französische Mönche züchteten die Tiere nach Zahmheit und Anpassungsvermögen. In Deutschland wurden Zuchtkaninchen im 12. Jh. erstmals erwähnt. Einen Übergang von der Gehege- zur Käfighaltung stellte die seit dem Mittelalter verbreitete gemeinsame Haltung von Rindern und Kaninchen dar. Die im Stall frei umherlaufenden Kaninchen suchten sich aus dem den Rindern vorgelegten Futter die leicht verdaulichen Pflanzenteile heraus. Diese Haltungsform, in kleinbäuerlichen Betrieben noch bis ins 20. Jahrhundert anzutreffen, trug den Kaninchen auch die Bezeichnung "Kuhhasen"
ein.
Wildkani
nchen ernähren sich von Gräsern und Kräutern und erreichen ein Gewicht bis etwa 2 kg. Die Domestikation vergrößerte die Variation im Größenwuchs durch die Erhöhung des Gewichts auf bis zu über 7 kg, desgleichen der Farbe und Struktur des Fells ebenso wie die Haarlänge. Mit der Haustierwerdung gingen noch mehr Veränderungen einher: Das relative Gewicht des Herzens ist beim Hauskaninchen um 37%, das der Augen um 20% und das Gewicht des Gehirns um 22% kleiner. Der Wassergehalt des Gehirns ist vergleichsweise höher. Die Kapazität von Magen und Blinddarm sind beim Wildkaninchen größer, der Dünn- und Dickdarm sind einen halben Meter länger. Beim Hauskaninchen leichter sind auch die Organe wie, Leber, Niere und Milz. Größer im Vergleich zum Wildkaninchen ist die durchschnittliche Wurfstärke. Die mit der Domestikation verbundenen Veränderungen der Anatomie und des Verhaltens sind offensichtlich so groß, dass eine Verwilderung des Hauskaninchens bisher nicht bekannt ist.

  Zur Entstehung der Rassen
Um 1850 begann die Haltung als Heimtier und damit auch die
Herauszüchtung der unterschiedlichen deutschen Kaninchenrassen, die zumeist geprägt war durch den Vorsatz besondere Form-Merkmale oder bestimmte Nutzungseigenschaften zu erzielen. Der Züchter versucht dabei durch gezielte Selektion das zuvor definierte Zuchtziel durch Züchtungsverfahren zu erreichen.
Wurden anfangs die einzelnen Farbausprägungen innerhalb des Rasseziels sekundär behandelt, so wurde später wohl auch auf Grund der größer werdenden Populationen innerhalb der Rassen mehr Wert auf Farbreinheit gelegt. Hierbei wurden dann auch Farbvarianten, die eigentlich einer Rasse zuzuordnen sind, als eigenständige Rassen definiert.
Einige von der wildgrauen Färbung abweichende Farbtypen waren schon im 16. Jahrhundert bekannt (schwarze, gelbe, weiße, blaue und gecheckte Kaninchen). Um 1700 waren bereits sieben Mutationstypen vorhanden: Albino, Gelb-, Braun- und Blauwildfarbig, Schwarz, Silberfarben sowie Holländer- und Punktscheckung. Später erschienen weitere Mutationstypen: Schwarzloh, der eisengraue Farbschlag und die Japaner.
Die Rassebildung ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts vor allem durch Kombinationszüchtung auf der Grundlage der jeweils schon vorhandenen Rassen vorangetrieben worden. Solche Neuzüchtungen wurden auf  Schauen vorgestellt und dann zum großen Teil als Rasse oder Farbschlag anerkannt. Auf diese Art  entstanden um 1900 folgende Rassen: Blaue Wiener, Thüringer, Havanna,  Marburger Feh und Luxkaninchen. Diesen folgten bis 1950 die Chinchilla, die Weißen Wiener, die Marder sowie die Rex- und Satin-Kaninchen. Später entstanden die Rassen Sachsengold, Rhönkaninchen, Mecklenburger Schecke, Schwarzgrannen, Separator, Kleinschecken, Deutsche Kleinwidder und Jamora. Da  inzwischen umfangreiche Kenntnisse zur Vererbung der Körpermerkmale, wie Fellfärbung und  Haarstruktur vorliegen, die zur Zuchtplanung genutzt werden, können solche Vorhaben heutzutage leichter verwirklicht werden als zu Beginn der Rassezucht.

Im Jahr 1949 waren in Deutschland 29 Rassen vorhanden, die von Züchtern in den unterschiedlichen Verbänden gezüchtet wurden. In den aktuellen Bewertungsbestimmungen (ZDRK-Standard 2004) des Zentralverbandes Deutscher Rassen-Kaninchen Züchter sind über 90 Rassen aufgeführt, die zum Teil noch in Farbenschläge untergliedert werden. Man spricht heute von insgesamt ca. 400 Rassen und Farbenschlägen. Es gibt langhaarige und kurzhaarige Kaninchenrassen. Die Widderrassen besitzen so genannte "Dumbo-Ohren" (Hängeohren).
Im ZDRK-Standard sind die einzelnen Rassen nach ihrer Größe eingeteilt. Die kleinsten sind die Farbenzwerge und das Hermelin. Sie wiegen gerade mal ein Kilogramm (Mindestgewicht), können aber auch bis zu 1,5 kg (Höchstgewicht) wiegen. Zu den schweren Rassen gehören die Deutschen Widder, die ein Normalgewicht von 5,5 kg und mehr erreichen und die Deutschen Riesen liegen zwischen 6,5 und 10 kg  bei einer durchschnittlichen Länge von der Nasenspitze bis zur hochgelegten Blume von etwa 72 cm.

  Aus der Vereins-Chronik

1930

Im Jahr 1930 kamen Tierfreunde aus Blieskastel und Umgebung zusammen, um einen Kaninchenzuchtverein zu gründen. In der Gastwirtschaft Meier in Blieskastel fand am 29. Juni 1930  die Gründungsversammlung statt. Die erste Vorstandschaft setzte sich aus folgenden Zuchtfreunden zusammen:

 1. Vorsitzender:   Peter Meier  
 2. Vorsitzender:   Johann Reinhard
 Schriftführer:   Adam Klammes
 1. Kassierer:   Adolf Rung
 2. Kassierer:   Phillip Klein,
 Beisitzer:   Ludwig Gassert

Beisitzer:

  Peter Quack

Der Verein erhält seinen Namen "Kaninchenzucht-Verein Blieskastel". Er wird in den Bezirksverband aufgenommen und bekommt das Vereinskennzeichen P 275 zugeteilt. (Blieskastel gehörte damals zur Pfalz). Der Monatsbeitrag wird auf 1,- Franken festgesetzt. 


  Protokoll der Gründungsversammlung vom 29. Juni 1930 

1931
Im Januar 1931 wird die erste Ausstellung mit Unterstützung des Bezirksvorsitzenden Deffland  im Saale Reheis am Rathaus durchgeführt. Es kommen 96 Tiere zur Bewertung.

1932
Von 1932 bis 1935 ist Josef Hurth erster Vorsitzender und Adolf Rung zweiter. Die Monatsversammlungen finden in dieser Zeit abwechselnd bei Meier, Übel, Reheis, im Park, bei Wirt Schuwer in Mimbach und bei Steis in Alschbach statt. Anwesend sind zwischen 8 und 14 Zuchtfreunde, die nicht namentlich aufgeführt sind.

1933
Die Lokalschau im Dezember 1933 mit angegliederter Hermelin-Clubschau ist ein voller Erfolg, die Reichsverbandsehrenurkunde wird vergeben.

1935 - 1952
Im Jahr 1935 (Saarabstimmung und Rückgliederung des Saargebietes) werden nur noch zwei Versammlungen abgehalten. Das nächste Protokollbuch beginnt mit dem 27. Dezember 1952.
Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges dürfen nur sechs als Wirtschaftsrassen anerkannte Kaninchenrassen offiziell gezüchtet werden. Für die Beurteilung in jener Zeit gelten die Reichsbewertungsbestimmungen für Kaninchen von 1932.
Die Vereinstätigkeit kommt in der Zwischenzeit nicht vollständig zum Erliegen, denn in späteren Protokollen wird erwähnt, dass während des Krieges im Jahr 1943 ein Jugendlicher aus Wolfersheim auf einer Ausstellung im Parksaal eine "Blaue Wienerhäsin" gewonnen hat und eine Frau Ries seit 1949 Mitglied ist.
Im Jahre 1948 wird der Landesverband der Kaninchenzüchter Saar e.V. gegründet, der in 4 Kreis-Fachgruppen (Saarbrücken, Saarlouis, Ottweiler und St. Ingbert) aufgeteilt wird. Der Kaninchenzuchtverein Blieskastel gehört zur Kreis-Fachgruppe St. Ingbert und erhält die neue Vereinsnummer SR 73.

1956
Im Jahr 1956 hat der Kaninchenzuchtverein 51 Mitglieder und im November des gleichen Jahres ist eine Ausstellung mit 106 Tieren.

1959
Mit der Neugründung des Kreisverbandes St. Ingbert am 4. Januar 1959 wird vom Landesverband Saar die Vereinsnummer
SR 73 in SR 166  geändert. Neu gegründet in diesem Jahr wird auch die Jugendgruppe des Vereins und das Ostereiersuchen für die Kinder wird eingeführt, das bis zum heutigen Tag am Karfreitag durchgeführt wird. Außer der Jung- und Alttierschau im Saal Wittenmeier, wird eine Werbeschau in Altheim und die Kreisschau im Saal Meier in Lautzkirchen ausgerichtet, die mit 278 Kaninchen aus 25 Rassen beschickt wird.

1961
An der Jungtierschau 1961 sind 22 Züchter mit 103 Tieren aus 14 Rassen beteiligt.

1962
Im Jahr 1962 werden außer den Vereinsschauen, die Westlandschau in Homburg und die Kreisschau in Oberwürzbach beschickt. Verbunden mit der Alttierschau wird am 2. Dezember das dreißigjährige Vereinsbestehen etwas verspätet gefeiert. Es folgen nun regelmäßig jedes Jahr eine Jung- und eine Alttierschau, die meist im Parksaal aber auch im Saal Korn/Wittenmeier durchgeführt werden

1967
Die beiden Blieskasteler Züchter Jakob Alff und Paul Wilhelms werden Landesmeister mit ihren Tieren.

1969
Die Jubiläums-Schau anlässlich des  40-jährigen Bestehens des Kaninchenzuchtvereins Blieskastel  wird im Vorraum des Bürgermeisteramtes am 29. und 30. November 1969 durchgeführt.

1979
Im März 1979 wird die Frauengruppe gegründet. Ein Jahr später wird Lisbeth Kallenbrunnen Landesbeste mit ihren Produkten aus Kaninchenfell.

1986
Im Zuchtbuch des Jahres 1986 werden 525 Nachzuchten registriert.

1997
In der Mitgliederversammlung am 29. Juni 1997 im Lokal Collet in Blieskastel wird eine Satzung errichtet. Danach wird der Verein mit dem Namen "
Kaninchenzuchtverein SR 166 Blieskastel e.V." in das Vereinsregister beim Amtsgericht Homburg ( Registernummer 1103) eingetragen.

1996
Erstmals wird 1996 die Jungtierschau in der Reithalle Webenheim im Rahmen des Bauernmarktes ausgerichtet, was bis heute so beibehalten wird.

1999
Seit 1999 werden die jährlichen Alttierschauen in der Blickweiler Kulturhalle durchgeführt..

2000
Im Jahr 2000 sind beim saarländischen Landesverband 20 Mitglieder und 3 Jungzüchter gemeldet und 278 Jungtiere aus 12 Rassen werden ins Vereins-Zuchtbuch eingetragen.

2005
Die
Alttierschau des Kaninchenzuchtvereins SR 166 Blieskastel, verbunden mit der 75-Jahrfeier, wird vom Vorsitzenden Heiko Collmann in der Blickweiler Kulturhalle eröffnet. Insgesamt 119 Kaninchen aus 18 Rassen werden von zwei Preisrichtern bewertet.

2010
Im Zuchtjahr 2010 werden für die 17 aktiven Züchter und acht Jungzüchter 507 Tiere aus 20 Rassen und Farbenschlägen tätowiert. Gegenüber dem Vorjahr sind es 33 Kaninchen weniger.

2011
Im Juli ist die Jungtierschau des Kaninchenzuchtvereins Blieskastel wie in den Vorjahren Teil des Bauernmarkts beim Webenheimer Bauernfest. Es zeigen 23 Aussteller, davon acht Jungendzüchter, insgesamt 143 Tiere aus 25 Rassen in der Webenheimer Reithalle einem großen Publikum. Bei der Alttierschau im November 2011 in der Blickweiler Kulturhalle
sind insgesamt 158 Tiere aus 21 Rassen von 24 Züchtern zu begutachten. Dabei beteiligen sich acht Jugendzüchter und -züchterinnen mit 35 Kaninchen aus neun Rassen. Bei der Kreisschau am 3. und 4. Dezember in Rohrbach wird unser Verein erster Kreisvereinsmeister und erster Kreisjugendvereinsmeister und verzeichnet elf  Kreismeister- sowie fünf Jugend-Kreismeister-Titel. Die Bewertung unserer Tiere auf der Landesschau in Landsweiler-Reden weist insgesamt sieben Landesmeister, vier Jugend-Landesmeister und zwei Sieger-Tiere aus.
Ebenfalls erfolgreich verlief die
Bundes-Kaninchenschau in Erfurt am 11. und 12. Dezember. Der SR166 kann einen Deutschen Jugendmeister-Titel vorzeigen und vier V-Tiere, der insgesamt 20 in Erfurt ausgestellten Kaninchen unserer aktiven Züchter und Jugendlichen (siehe Berichte). Die Präsidenten-Medaille als hohe Auszeichnung von Jugendzüchter David Tilly zum "Deutschen Jugendmeister 2011"  krönt die Bilanz des Zuchtjahres.

2015
Der Verein zählt 30 Mitglieder davon sind 12 Aktive und 8 Jugendliche. Die Bundesschau in Kassel im Dezember wurde mit 24 Tieren beschickt. Beim Besuch am Samstag war man zufrieden mit den durchweg gu
ten Bewertungsergebnissen: eine deutsche Vizemeisterschaft bei den Jugendlichen, 385,5 Punkte für die Sammlung Kleinchinchilla und 384 Punkte für Kleinsilber gelb. Im November konnte sogar der begehrte Titel Europameister und Europachampion bei der Europaschau in Metz errungen werden auch in der Jugendklasse gab es den Europameister-Titel.


Der seit der Gründung - im Vergleich zu anderen örtlichen Vereinen - mitgliedsschwache Kaninchenzuchtverein hat unter dieser Tatsache in seiner über 80-jährigen Geschichte nie zu leiden gehabt. Der Zusammenhalt war von jeher Grundlage für die Kaninchenhaltung und die Weiterentwicklung der vorhandenen Rassen. So werden noch bis heute über Kreis- und Landesgrenzen hinaus regelmäßig züchterische Erfolge erzielt: Züchter unseres Vereines sind mehrfache Kreis-, Kreisjugend-, Landes-, und Landesjugendmeister. Dadurch zählt der Kaninchenzuchtverein SR 166 heute zu den führenden im Saarpfalz-Kreis und kann sich mit der Qualität seiner Nachzuchten bis auf Bundesebene und sogar darüber hinaus auf internationalen Schauen sehen lassen.



Heute zählt der Verein 30 Mitglieder davon sind 12 Aktive und 8 Jugendliche.

Der Kaninchenzuchtverein SR166 Blieskastel bedankt sich bei all denen, die in den zurückliegenden Jahren mit tatkräftiger Unterstützung sowie mit Geld- und Sachspenden geholfen haben, die mühevolle Arbeit eines Zuchtjahres im Rahmen von Jung- und Alttierschauen einer breiten Öffentlichkeit zeigen zu können.

 

  nach oben                           weiter        Berichte von Kaninchenschauen